Gemeinde Faulenrost - Geschichte & Kultur Drucken E-Mail

Im Jahre 1275 wurde Faulenrost erstmals urkundlich erwähnt. Als Fürst Nikolaus von Werle den Ritter Henning von Rostock mit der Besitzung Faulenrost belehnte, trug sie den Namen "Villa Rostock". Über die Jahrhunderte hinweg wurde dieser Name im Volksmund abgewandelt, wo vermutlich über die Bezeichnungen "Vulen-Rostock" oder "Vulen Rostke" der heutige Name entstand.

Nachdem die Nachkommen des Ritters von Rostock in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerieten, wurde der Ritter Claus Hahn zu Basedow Ende des 15. Jahrhunderts neuer Eigentümer. Bis zum Jahr 1928 blieb Faulenrost im Besitz der Familie Hahn. Mitte des 18. Jahrhunderts entstand die barocke Schlossanlage.

In den Jahren 1842 bis 1845 lebte der mecklenburgische Dichter Fritz Reuter im Nachbardorf Demzin. Während seiner Zeit als Volontär beim Gutspächter Rust lernte er seine Frau Luiese kennen und vollendete die Niederschrift seines Roman "Ut mine Stromtid". Der Ort Faulenrost findet Erwähnung in Reuters Werk "Dei Urgeschicht von Meckelnborg".

1934 ging der Gutsbesitz ins Eigentum der Siedlungsgesellschaft Nordsiedlung GmbH aus Berlin über, welche die Ländereien mit württembergischen Neubauern aufsiedelte. Noch heute deutet der Name der Ortschaft Schwabendorf auf die Herkunft dieser Siedler.

Tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen ergaben sich während der DDR-Zeit auch in Faulenrost. Im Zuge einer Gemeindereform wurden 1950 Rittermannshagen und Demzin eingemeindet. 1954 wurde die LPG "August Bebel" gegründet.

Auch begann man ab 1950 mit der Zentralisierung des Schulwesens. Bis zu 385 Schüler der 1.-10. Klasse wurden im Schloss beschult. Am 13. Januar 1969 zerstörte ein Brand das gesamte Gebäude, nur Wirtschaftsgebäude und Teile des Parkes sind erhalten geblieben. Im Jahr 1970 wurde der Neubau einer Schule an der Straße nach Schwabendorf fertiggestellt, welche bis Ende des Schuljahres 1997/98 genutzt wurde.

Mit zunehmendem Eigenheimbau wurden viele junge Familien Mitte der 1970er Jahre in Faulenrost sesshaft. Es entstanden kulturelle Einrichtungen wie eine Kegelbahn und die Freilichtbühne.

Ihre Selbständigkeit erhielt die Gemeinde nach der Wende. Trotz allgemeiner Landflucht blieb die Einwohnerzahl Faulenrosts konstant, was vor allem auch auf die Aktivitäten ortsansässiger Betriebe und Vereine zurückzuführen ist. So wurde beispielsweise das Wegenetz saniert.

Zur Tradition gewordene Veranstaltungen (Fischerfest, Maifest, Erntefest) und vor allem die reizvolle, gepflegte Landschaft machen die Gemeinde zu einem attraktiven Ausflugsziel, nicht nur für Touristen.