Gemeinde Basedow - Geschichte & Kultur Drucken E-Mail

BasedowDer Ort Basedow liegt in einem langgestreckten Tal inmitten der Mecklenburgischen Schweiz. Basedow, übersetzt aus dem Slawischen bedeutet "Ort des Holunders" und war in der Stein- und Früheisenzeit von slawischen Stämmen besiedelt. Im Jahre 1247 wurde Basedow erstmals urkundlich erwähnt.

Seit dieser Zeit ist Basedow im Besitz der Familie Hahn und wird im Laufe von 600 Jahren zum Stammsitz dieser sich zu einer der wichtigsten und reichsten Adelsgeschlechter in Mecklenburg entwickelnden Familie werden.

Aus einem Hauptturm, einer Vorburg und den Mauern entsteht im Laufe von 6 Jahrhunderten ein prächtiger Neorenaissancebau, der in der Mecklenburgischen Schweiz zu den schönsten, größten und meistbesuchten Schlössern gehört.

Der Name Basedow verbindet sich aber auch mit der Pferdezucht, denn im Jahre 1835 entsteht der eindrucksvolle Marstall (95x53m), in welchem bis ca. 1920 die weltberühmten englischen Reitpferde, die Basedower Renner, gezüchtet werden.

Das SchlossNeben den Arbeiten am vielgestaltigen Schloß gaben die Hahns dem Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné den Auftrag zum anlegen eines Parkes. Es entstand sein erstes Werk in Mecklenburg-Vorpommern, der Schloßpark Basedow und ein ca 6 ha großer Landschaftspark um den Ort.

In Zusammenarbeit mit dem Architekten Friedrich August Stüler verwandelten sie Basedow vom einfachen mecklenburgischen Gutsdorf zu einem geschmückten Landgut.

Zahlreiche architektonische Zeugnisse künden in dem denkmalgeschützten und 1998 mit der goldenen Plakette im Bundeswettbewerb als schönstes Dorf Deutschlands ausgezeichneten Ort noch heute vom einstigen Reichtum und Prunk dieses Adelsgeschlechtes.

Neben dem Ausbau des Ortes wurde die Basedower Kirche, eine aus dem 13. Jahrhundert stammende Feldsteinkirche, zu einem Prunkstück ausgestaltet und beherbergt neben einem reich verzierten und mit vielen Epitaphien versehenem Altar, die älteste und auf der Liste der Weltkulturerbe stammende Orgel Mecklenburgs - eine mitteltönige Barockorgel aus dem Jahre 1680 mit 1880 Pfeifen und 36 Registern, vollkommen restauriert von 1980-83 wurde auf Ihr zum internationalen Orgelkonzert 2003 das Eröffnungskonzert gegeben.

Bis 1945 blieb Basedow im Besitz der Familie Hahn, das Schloß und der Ort wurden während des 2. Weltkrieges nicht beschädigt und dienten nach Kriegsende als Sitz der russischen Komandatur und als Heimstatt für viele Flüchtlinge.

Während der gesamten DDR-Zeit wird das Schloß für ca. 100 Menschen als Wohnraum genutzt.

Anläßlich des 200. Lennégeburtstages 1989 wird der Park restauriert

Schloss BasedowNach der Wende wurde das Basedower Schloß allmählich leer gezogen, treuhänderisch verwaltet und stand seit 2000 zum Verkauf - nach mehreren fehlgeschlagenen Verkäufen gab die Treuhand Schloß Basedow im April 2004 auf einer in Berlin stattfindenden Auktion zum Verkauf frei - das Schloß sowie der Marstall fanden neue Schloßherren - zwei schweizer Brüder - seitdem finden Um- und Restaurierungsarbeiten statt.

Die gelbverklinkerten, typischen Stülerbauten, die dem Ort sein unverwechselbares Aussehen und seinen Charme verleihen sind seit der Wende nach und nach privatisiert worden und dienen als Wohnhäuser.

Basedow, als Ensemble fast einmalig, zieht jährlich tausende Besucher an, die bei Führungen durch den Ort, den Park, die Kirche und das Schloß einen Einblick in die Geschichte, viel Interessantes und Wissenswertes und so manche Anekdote über einstige Schloßbesitzer erfahren.