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Neue Liegeplätze und neues Gasthaus machen Neukalens Hafen noch schicker


Für Horst Plagens gibt es kaum ein schöneres Fleckchen Erde. Hat er hier seine Angel ausgeworfen, um für das Abendbrot den einen oder anderen Fisch mit nach Hause zu nehmen, dann ist für den Neukalener die Welt in Ordnung. In aller Seelenruhe schaut er auf seine Pose und wird selbst dann nicht nervös, wenn sein Flott von einem Moment auf den anderen von der Wasseroberfläche verschwindet. Sekunden später lacht er. Wieder ist ihm eine Rotfeder an den Haken gegangen. „Zumindest ein schönes Mahl für die Katzen“, sagt er, wirft den kleinen Fang in seinen Eimer und die Angel wieder aus. Den Mann bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Dabei ist der Geräuschpegel an diesem Nachmittag alles andere als förderlich für ein beschauliches Angelvergnügen.

Der Neukalener Hafen – er ist derzeit die größte Baustelle in der Peenestadt. Und Horst Plagens steht ganz unbeeindruckt mittendrin. Dass nur wenige Meter rechts von ihm tonnenschwere Bagger für eine gehörige Lärmkulisse sorgen, das stört ihn nicht. Ganz im Gegenteil. Er freut sich darüber, dass das Hafenareal der 2.000 Seelen Stadt in den nächsten Wochen weiter an Attraktivität gewinnt.
Die schwere Technik macht sich seit einigen Tagen im Neukalener Hafen zu schaffen. Schlamm wird ausgebaggert, so genannte Haltepfähle werden metertief in den Boden gerammt. Neukalens touristisches Kleinod und Aushängeschild soll bis Ende Mai noch schicker werden. Zwölf zusätzliche Bootsliegeplätze sollen hier in den nächsten drei Monaten entstehen, zirka 200.000 Euro werden dafür investiert. „Wir sind hier in den vergangenen Jahren an unsere Grenzen gestoßen. Der Hafen wird so gut frequentiert, dass wir weitere Liegeplätze dringend benötigen“, sagt Bürgermeister Willi Voß. Roman Orlowski kann diese Aussage nur unterstreichen. Er betreibt seit mehr als einem Jahrzehnt das  Gasthaus am Hafen. Derzeit allerdings nicht, denn seine Gaststätte ist derzeit ebenso Baustelle wie das Hafenbecken. So kontinuierlich wie sich der Tourismus in der Peenestadt entwickelt hat, so stetig bergauf ging es in den vergangenen Jahren auch für das idyllische Gasthaus von Roman Orlowski. „Die Zeit war reif war Veränderungen. Seit Anfang des Jahres bauen wir mit großem Aufwand um und aus“, erzählt er. Die Kapazität seiner Lokalität wird sich fast verdoppeln. Durch den Ausbau bietet das Gasthaus am Hafen künftig nicht mehr nur 35 sondern bis zu 60 Personen Platz. Ein neues Ambiente bekommt auch die Dachterrasse, die mit einem Pergolasystem ausgestattet wird, so dass man hier künftig auch bei schlechtem Wetter mit fast uneingeschränktem Wasserblick sein Essen oder sein kühles Blondes genießen kann. Allzu lange soll es nicht mehr dauern. Am 15. April will Roman Orlowski das umgebaute Lokal eröffnen. Horst Plagens freut sich schon darauf. „Nach dem Angeln noch ein schönes Bierchen trinken, das macht den Tag dann so richtig rund“, lacht er.



Nach dem Umbau seiner Hafengaststätte ist das nächste Projekt für Roman Orlowski nur eine Brückenlänge entfernt. Seit kurzer Zeit ist er nämlich auch der Pächter Gaststätte auf der anderen Seite des Hafenbeckens. Das Gebäude hat er von der Stadt gepachtet. Und auch hier hat er genaue Vorstellungen, was sich noch verändern soll. Das steht allerdings erst im kommenden Jahr auf der Agenda. Geöffnet wird die Lokalität noch in diesem Monat. „Das Angebot hier stößt sich nicht mit der Speisekarte in der Hafengaststätte auf der anderen Seite. Hier bieten wir vor allem etwas für den kleinen und schnellen Hunger an“, sagt Roman Orlowski. Einen Namen hat die Gastlichkeit seit gestern auch. „Pier 2“. Darüber haben die Neukalener in einer Internetabstimmung entschieden. Horst Plagens hat bei der Abstimmung nicht mitgemacht. Er steht viel lieber mit seiner Angel am Hafenbecken und jagt in aller Seelenruhe den Fischen nach.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 19. August 2016 um 06:18 Uhr