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Sehr geehrte Einwohnerinnen und Einwohner von Malchin und seinen Ortsteilen.


Ich hoffe und wünsche, Sie alle haben die Weihnachtszeit und die Zeit des Jahreswechsels in Ruhe und Besinnlichkeit verbringen können.

In einer Zeit, die von einem hektischen, durchorganisierten Alltag bestimmt wird - einem Alltag, in dem von uns ein perfektes Funktionieren erwartet wird, ist eine Zeit der Ruhe und Besinnlichkeit, eine Zeit des Abschaltens, des Innehaltens, eine Zeit, in der man sich auch mal um sich selbst kümmern kann - sozusagen die Seele baumeln lassen kann - besonders wichtig. Doch diese Zeit ist nun schon wieder vorbei, der Alltag hat uns wieder fest im Griff.

Ich wünsche Ihnen, Ihren Kindern, Freunden und Verwandten ein gesundes, erfolgreiches und glückliches Jahr 2016. Ein Jahr, in dem Sie vielleicht ihre insgeheim gehegten Wünsche verwirklichen können. Ein Jahr, das in ihrem Sinne positiv verlaufen wird, weil Sie es aktiv selbst oder mitgestalten können.

Wie es auch kommen mag - ich wünsche Ihnen allen nur das Beste.


Ist Malchin eine lebenswerte Stadt?

Diese Frage und der ziemlich klare Standpunkt eines Malchiner Schuldirektors dazu haben kurz vor dem Jahresende für erhebliche Diskussionen, wenn nicht sogar - um es mal etwas moderat auszudrücken - verständnisloses Erstaunen seitens eines Großteils der Malchiner Einwohner und auch bei mir gesorgt.

Ich bin der Auffassung, dass Malchin eine lebens- und auch liebenswerte, wenn auch nicht in allen Belangen perfekte Stadt ist.

Warum?

Malchin ist wie viele oder fast alle Städte in Mecklenburg eine typische Ackerbürgerstadt mit einer langen Geschichte und Tradition.

Malchin hatte aber wie viele andere Städte auch besonders unter den Folgen des Bevölkerungsrückganges der letzten Jahre zu leiden, der letztendlich auch drastische Folgen, zum Beispiel

- auf die städtebauliche Entwicklung

- auf die Bildungslandschaft

- auf die wirtschaftliche Situation

- auf die kulturelle Vielfalt aber auch

- auf die Verbände und Vereine hat.

Apropos Vereine:

Bei einer Einwohnerzahl von ca. 7.700 (incl. der Ortsteile) gibt es in Malchin mehr als 70 registrierte Vereine mit aktuell mehreren hundert aktiven Mitgliedern. Ich denke schon, dass man bei diesen Zahlen von einer funktionierenden Vereinsarbeit sprechen kann. Wenn man in zehn Jahren beruflicher Tätigkeit in Malchin zum Beispiel noch nichts von dem FSV, dem TSV, den Motorballern oder dem Heimatverein gehört hat - um nur einige zu nennen - ist dies mit Sicherheit nicht die Schuld der Vereine.

Aber nicht nur die städtebauliche Entwicklung oder die Anzahl der Vereine ist für eine lebenswerte Stadt entscheidend. Die wirtschaftliche Entwicklung, die kulturelle Vielfalt, die Bildungslandschaft und vor allem die in der Stadt lebenden und arbeitenden Menschen sind es, die eine Stadt lebenswert machen. Und da ist unsere Stadt trotz aller Dinge, die noch zu verbessern, zu verändern sind, gut aufgestellt.

Ich denke, dies spiegelt der Artikel im Nordkurier vom 24. Dezember auch so wieder.

Etwas drastisch formuliert und meines Erachtens auch völlig daneben finde ich die Aussage, dass die „Eliten“ der Stadtverwaltung nicht in Malchin wohnen. Vom Fakt her ist diese Aussage sicherlich richtig, aber meines Erachtens nach ein Affront nicht nur gegen die Malchiner, die als Firmen- oder Geschäftsinhaber in unserer Stadt wohnen, sondern auch gegen die Vereins- und Verbandsvorsitzenden, ehrenamtlich Tätige, Lehrer und Erzieher, gegen alle, die hier wohnen, arbeiten und sich - in welcher Form auch immer -gesellschaftlich engagieren. Besonders fatal finde ich aber die Außenwirkung solcher Aussagen - insbesondere die Wirkung auf unsere Jugendlichen. Schulen und damit auch die Lehrer haben einen Bildungsauftrag zu erfüllen. Dazu gehört nicht nur das Vermitteln von Wissen, sondern auch das Vermitteln von Werten, wie zum Beispiel Heimatverbundenheit, Respekt vor Leistungen Dritter, aber auch eine vernünftige Diskussionskultur, in der Kritik - konstruktive Kritik - einen hervorragenden Platz einnimmt.

Dennoch sollten wir Aussagen des Schuldirektors ernst nehmen und darüber nachdenken, warum kommt er zu diesen Aussagen, was ist die Ursache dafür, was können wir aus seiner Kritik lernen, was verändern? In jeder noch so drastisch formulierten Kritik steckt in der Regel ein Körnchen Wahrheit. Dieses Körnchen werden wir finden, analysieren, besprechen, uns Partner suchen und gemeinsam verändern.

Meine Mitarbeiter und ich sind dazu bereit. Und wenn Sie sich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten mit einbringen, bin ich fest davon überzeugt, dass unsere Stadt auch künftig lebenswert sein wird.

Übrigens:

Der letzte Weihnachtsmarkt ist ein gutes Beispiel, wie man mit Ideenreichtum, Einsatz und Engagement ein Fest organisieren kann, das zwar klein vom Ausmaß, aber fein in der Ausführung war - auch ein Baustein für eine lebenswerte Stadt. Dafür möchte ich mich nochmal bei den Organisatoren - dem Händlerstammtisch und „Clown Flori“ sowie allen Mitwirkenden und Unterstützern bedanken.


Axel Müller

Bürgermeister