Karneval 2015 Drucken E-Mail

Neukalen wird zum Zocker-El Dorado

Jecken haben sogar ihr eigenes Geld

Dass Neukalen eine Peenestadt ist, dass konnte man für zu den drei tollen Tagen mal getrost vergessen. Bis zum Aschermittwoch hatte das kleine Städtchen in der Mecklenbugrischen Schweiz dem amerikanischen Zocker-El Dorado Las Vegas den Rang abgelaufen. Und wenn die Karnevalisten so ein Motto ausgeben, dann kann man auch schwer davon ausgehen, dass Neukalen das Spielerparadies aus der Wüste Nevada vom Sockel stößt. Eine eigene Währung hatten die Jecken natürlich auch.(Noch mehr Bilder vom Karneval finden Sie hier.)

Zum Start der drei tollen Tage flatterten ganz außergewöhnliche Geldscheine über den Marktplatz. Dass beim Druck der Scheine die gute, alte Ostmark Pate gestanden hat, das verwunderte nicht unbedingt. Vielmehr waren es die Köpfe, die auf den Scheinchen zu finden waren. Nicht etwa gestandene Personen und Persönlichkeiten der Geschichte oder anderweitige Dichter und Denker zieren die Neukalener Karnevalsknete. Darauf zu finden sind echte Originale aus der Peenestadt und Koryphäen des Karnevals. Wer einen Schein mit dem Konterfei von Präsidentengattin Bärbel Kaiser erwischte, der konnte zum Karneval kräftig bechern. Die Präsidentenfrau hat es immerhin auf den Hunderter geschafft. Nach der Neukalener Karnevalsrechnung sind das mal locker 70 Kümmerlinge. Übertroffen wurde der Schein fast nur noch vom 500.er mit den Porträts der langjährigen Präsidenten Walli Otto, Atze Tonhäuser und Willi Kaiser. Ganz klar, Ehre, wem Ehre gebührt. Vorsicht war aber dennoch geboten, als das Neukalener Karnevalsgeld in der Diskothek Erlebniswelt oder in der „Ecke“ über den Tresen ging. Warum? Auch Falschgeld war im Umlauf. Und woran erkannte man das? Am Konterfei von Ex-Bürgermeister Roland Krüger, der bekanntlich bei Nacht und Nebel aus der Peenestadt verschwand und auf keine allzu glorreiche Amtszeit zurückblicken kann.  Dreimal darf man raten auf welchem Schein sich Kürgers Bild befand. Na klar, auf einem Fünfziger. Ein falscher Fünfziger eben. Ja, wenn Neukalen feiert, dann gibt es keine heiligen Kühe, dann wird alles durch den Kakao gezogen. Das war in der 57. Saison nicht anders Für die Feuerwehr gab es gleich mal eine richtige Breitseite von Büttenredner Dennis Pfitzner. „Die Kameraden drehen noch immer ihre Runden und haben ihren Einsatzort noch immer nicht gefunden“, spielte er auf die Probleme der Wehr mit der Leitstelle in Neubrandenburg an. Und zum guten Ton gehört es natürlich auch - ganz unabhängig davon wie oft nun schon eine Friedenspfeife geraucht wurde oder auch nicht -, dass auch die lieben Nachbarn aus der Sandhasenstadt Dargun ihr Fett weg bekommen von der unumstrittenen Karnevalshochburg Neukalen. Pfitzner: „Lieber in der „Ecke“ blau, als Karneval beim DKV“. Übel wurden solche Sprüche natürlich nicht genommen. Schließlich waren in Neukalen auch jede Menge Darguner in Neukalen am Start. Die becherten und feierten gemeinsam mit den Neukalenern drei Tage lang fast rund um die Uhr. Ob dabei auch falsche Fünfziger in den Kassen landeten, das ist allerdings nicht überliefert.

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 20. Februar 2015 um 07:36 Uhr