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10 Jahre Amt: Keine Liebesheirat, aber eine Vernunftehe

Das Amt Malchin am Kummerower See besteht seit zehn Jahren. Das Jubiläum wurde mit einem Festakt im Malchiner Rathaus gefeiert.

 

Wenn zwei sich richtig gern haben, sich das Ja-Wort geben, den Bund fürs Leben schließen, dann spricht der Volksmund hinlänglich von einer Liebesheirat. Diese Vokabel wollte Amtsvorsteher Willi Voß am 7. Januar nun nicht unbedingt verwenden. Bei einer Festveranstaltung im Rathaus wurde das zehnjährige Bestehen des Amtes Malchin am Kummerower See gefeiert. Am 1. Januar 2005 hatten sich das damalige Amt am Kummerower See und die Stadt Malchin zum Amt zusammen geschlossen. Liebe - um im Bild zu bleiben - war aber nicht der Motivator für den Zusammenschluss. Vielmehr die Vernunft und die Einsicht, dass beide Seiten vor allem wegen des anhaltenden Einwohnerschwundes gar nicht umhin kommen einen gemeinsamen Weg zu gehen. Schließlich drohte auch das Damokles-Schwert aus der Landeshauptstadt, dass da „Zwangsfusion“ hieß.

Und zwingen lassen wollte man sich damals nun wirklich nicht, blickte Bürgermeister Jörg Lange auf die Amtsgründung zurück. Heute - zehn Jahre später - können man durchaus von einer gut funktionierenden Ehe sprechen. Natürlich gebe es hier und dort auch einmal Reibereien. Dass sei in einer Partnerschaft nicht ungewöhnlich. Dennoch sei der Umgang miteinander ein guter und von Vertrauen geprägter. Und darauf komme es schließlich an. In seiner Ansprache erinnerte der Bürgermeister auch noch einmal an eine Episode, die sich um die Fusionsprämie rankt. Weil sich nur drei Jahre zuvor schon die Stadt Neukalen und die Gemeinden der Umgebung zu einem gemeinsamen Amt zusammengeschlossen hatten, wollte das Innenministerium bei der nächsten Fusion nicht mehr die komplette „Mitgift“ locker machen.

Das Fall endete vor dem Verwaltungsgericht in Greifswald. Das neue Amt und das Ministerium einigten sich auf einen Vergleich, die Fusionsprämie fiel um 400.000 Euro höher aus als es das Schweriner Ministerium geplant hatte. Seinen ausdrücklichen Dank sprach Amtsvorsteher Willi Voß am 7. Januar der Verwaltung im Malchiner Rathaus aus. „Wie hier die Anliegen der Städte und Gemeinden unseres Amtes umgesetzt werden, das ist hochprofessionell. Das hätte man in kleinen Gemeindeverwaltungen heute längst nicht mehr leisten können“, lobte der Amtsvorsteher.