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Ein denkwürdiger Tag für die Peenestadt

Neukalen weiht das neue Vereinshaus ein

Es gibt so Tage, die bleiben im Gedächtnis, die finden einen würdigen Platz in der Geschichte eines Ortes. Der 1. November 2014 hat für Neukalen auf jeden Fall das Zeug dazu. Den Turn- und Sportverein gibt es seit mittlerweile 24 Jahren. Als der Verein 1990 gegründet wurde, da waren die Sportler bei der Aufbruchstimmung der Wendezeit voller Hoffnung, dass es gar nicht lange dauern wird, bis an ihrem Sportplatz auch ein neues Vereinshaus steht. So schnell ging es dann aber nicht. Fast zweieinhalb Jahrzehnte gingen ins Land, bis sich dieser Wunsch nun endlich erfüllte. Am 1. November war es soweit. Die Peenestädter nahmen das neue Vereinshaus an der Arena am Gartsbruch in Besitz. Wenn solche Feste gefeiert werden, das kennt man aus der Peenestadt, dann lassen sich die Neukalener nicht lange bitten. Der Straßenrand am Ortsausgang war gnadenlos zugeparkt, auch die Parkfläche neben dem Sportplatz platzte aus allen Nähten.

300 Leute waren es wohl, die diesen denkwürdigen Tag, dieses für die Stadt so schöne Ereignis miterleben wollten. So große Menschenaufläufe gibt es in Neukalen sonst nur beim Karneval. In den Tagen zuvor waren die TuS Mitglieder hier noch mächtig am Wirbeln. „Ich bin beeindruckt, wie hier noch klar Schiff gemacht wurde. Die TuS Fußballer hatten sogar ihre Frauen mitgebacht, um das Gebäude so herzurichten, dass wir es heute in würdiger Form einweihen können“, freute sich Bürgermeister Willi Voß. Der Bau des Hauses gehört zu den größten Investitionen der vergangenen Jahre in der Peenestadt. Zirka 350.000 Euro hat der Bau gekostet. Das Bemerkenswerte: die Neukalener Stadtfinanzen hat die Investition nicht sonderlich stark belastet. 230.000 Euro steuerte der Landkreis für den Bau zu, 110.000 Euro kamen vom Innenministerium. Und auch für den Eigenanteil musste die Stadtschatulle nicht geöffnet werden. Den hatte der Turn- und Sportverein übernommen. Als Bürgermeister Willi Voß darauf zu sprechen kam, stellte er einen Namen ganz besonders heraus: Mario Heinzel. Der junge Mann ist nicht nur Pressesprecher des Vereins sondern auch Urheber eines bemerkenswerten Projektes: Das Projekt nennt sich „Blaue Wand“. Die Idee dahinter: Sponsoren konnten blaue Fliesen erwerben, auf denen ihr Name graviert wurde. Alle Fliesen werden zu einer „blauen Wand“ im neuen Vereinshaus zusammengestellt. Und die Menschen in Neukalen und Umgebung zeigten sich spendierfreudig. Mit dieser Aktion konnte der komplette finanzielle Anteil des TuS für das Vereinsheim eingeworben werden. „Mit seinem Engagement für dieses Projekt hat sich Mario ein eigenes Denkmal gesetzt. Wir möchten ihm ganz herzlich für diese Idee und vor allem für die tolle Umsetzung danken“, sagte der Bürgermeister. Die Enthüllung der „Blauen Wand“  - sie war am 1. November ein mindestens ebenso großer Höhepunkt wie der Scherenschnitt, mit dem der Weg frei gegeben wurde ins neue Vereinshaus.
Als die Sponsoren vor der enthüllten blauen Wand standen, war es natürlich besonders spannend nach dem eigenen Namen zu suchen. Das konnte schon einen Moment dauern. Immerhin finden sich auf dem kleinen Kunstwerk die Namen von 500 Personen und Firmen. Und als wäre der Tag nicht schon schön genug, gab es auch noch nennenswerten sportlichen Erfolg am 1. November. Die erste Mannschaft holte einen Punkt aus dem Spiel gegen Neustrelitz, die Zweite landete mit einem Sieg gegen Grapzow sogar einen Dreier. Dass waren an diesem Tag noch zwei Gründe mehr am Abend dann beim Sportlerball in der „Guten Quelle“ ausgiebig zu feiern.